Giardien

 

Fakten zu Giardien

  • Giardien sind kleine Dünndarmparasiten, Geißeltierchen – Einzeller, welche weltweit verbreitet sind.
  • Von Giardien ausgelöste Krankheiten nennt man Giardiose.
  • Eine Giardie ist ein 10 bis 20tausendstel Millimeter groß.
  • Unsere Tiere stecken sich über Kot, kontaminiertes Futter und Trinkwasser, sowie dem Kontakt mit erkrankten Tieren durch abschlecken etc. an.
  • Ein Gramm Kot enthält bis zu 10 Millionen infektiöse Zysten!
  • Für eine Infektion reichen 10 Zysten aus.
  • Die Zysten lösen sich nach der Aufnahme in Trophozoiten auf und heften sich im Dünndarm an die Schleimhäute.
  • Trophozoiten leben vom Schleim des Dünndarms und dem Nahrungsbrei (vorwiegend von den Zucker/Kohlenhydraten)
  • Giardien können keine Energie durch Verbrennen von Zucker mit Sauerstoff gewinnen, wie wir und unsere Tiere das tun. Sie gewinnen Energie durch Vergärung, also ohne Sauerstoff. Dieser Gärungsweg der Energie-gewinnung, den übrigens auch die aggressiven Krebszellen gehen, liefert nur ein 19tel der Energie gegenüber dem aeroben Weg. Giardien brauchen also zum Selbsterhalt und für die Vermehrung riesige Mengen Zucker. (Kohlenhydrate)
  • Kohlenhydrate kriegen ja unsere Hunde durch die übliche Fütterung reichlich geliefert! Trockenfutter! In jedem dieser Futter sind mindestens 20 % Stärke aus Getreide und Co. enthalten, oft mehr. Die genauen Stärke-Werte müssen wie so vieles nicht deklariert werden. Aus Stärke wird im vorderen Dünndarm von Hund und Katze durch Enzyme (Amylase und Darmsymbionten) Zucker, den die Giardien ja benötigen.
    Unsere Tierärzte wissen das auch sehr gut! Wenn ein Hund Giardien hat, bekommt man zu hören, dass auf Kohlenhydrate in der Ernährung verzichtet werden soll! 😉 Am besten dann Spezialfutter füttern. Man lese dann am besten erst den Beipackzettel!!!!!
  • Trophozoiten sind die fruchtbare Form von Giardien. Sie bilden dann wieder Zysten durch Zweiteilung.
  • Die Darmflora des Hundes wird dadurch geschädigt und die Nahrungsaufnahme aus dem Speisebrei gestört.
  • Die befallenen Tiere magern ab, obwohl sie gut fressen.
  • Die Trophozoiten wandern in den Enddarm und werden dort wieder zu Zysten, die das Tier dann ausscheidet.
  • Zysten sind sehr widerstandsfähig und können in der Umwelt Wochen- bzw. auch Monate überleben.
  • Nach der Aufnahme von Zysten und einer Erkrankung des Hundes vergehen meist ca. 10 Tage!
  • Es gibt sehr unterschiedliche Schätzungen/Untersuchungen zum Giardienbefall unserer Hunde. Je nachdem welche Hunde getestet wurden gelangt man auf einen Befall zwischen 25-90 %
  • Tierheim- und Auslandshunde sind zu fast 100 % betroffen!
    • Schlechte Ernährung-Mangelernährung, Stresssituationen, Kastration, Entwurmungen, Impfungen,
    • Gestörte Magendarmflora und damit eine schnellere Ansteckung!
  • Sehr hohe Rate an Infektionen auch bei Welpen/Junghunden oder natürlich auch Hunden mit schon anderen Krankheitssymptomen
  • Übrigens ähneln Giardien den Trichomonaden (Huhn)

Können sich Menschen anstecken?
Erst einmal – Ja natürlich, aber:
es sind 41 Arten von Giardien bekannt. Beim Hund trifft man regelmäßig auf die Art Giardia duodenalia oder intestinalis, die auch bei Humaninfektionen weit verbreitet ist. Bei Hunden findet man vornehmlich die Genotypen D und C. Selten kommt auch der Genotyp A – verantwortlich für die Giardien-Infektion im menschlichen Bereich bei Hunden vor. Die Zoonose-Gefahr ist real, aber gering.

Trotzdem natürlich auf die nötige Hygiene achten!


Anzeichen beim Wirt, also unserem Hund bei akuter Giariose!

  • Der Kot ist oft auffällig hell bis gelblich, schleimig oder schaumartig, dünn und stinkt erbärmlich faulig süß, ein bisschen nach Leiche.
  • Der Durchfall kann immer wieder auftreten.
  • Mattes Fell, Hautentzündungen.
  • Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit, Appetitlosigkeit.
  • Schwächung, Apathie möglich.
  • Wenn es ganz schlimm wird, Fieber, Schüttelfrost und Gewichtsverlust.
  • Manchen Tieren geht es dabei aber auch gut.

Begünstigende Faktoren

  • Geschwächtes Immunsystem;
  • Stress durch Trennung (gerade bei Welpen)
  • Kotfressen;
  • Nahrungsumstellung;
  • Generell falsche Ernährung;

Diagnose
Giardien können nur über eine Kotuntersuchung festgestellt werden!

  • Dazu muss der Kot des Tieres an drei Tagen gesammelt und dann entweder an den Tierarzt zur Testung oder ein Labor geschickt werden.

Behandlung bei akuter Erkrankung

  • Medikamentöse Behandlung mit den Wirkstoffen Fenbendazol (Panacur) oder Metronidazol (ein AB, welches bei Bakterien wirkt, die ohne Sauerstoff heranwachsen) nach der Anleitung des Tierarztes ausführen.
  • Panacur ist etwas schonender. Metronidazol ist auch deshalb mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, da es vollständig über die Leber abgebaut wird. Bei Lebervorschäden ist besondere Vorsicht geboten. Gleiches gilt bei Nierenproblemen.
  • Bei der Ernährung Milch und Kohenhydrate strikt meiden.
  • Begleitend Moro’sche Karottensuppe als natürliches AB anbieten!
  • Zusätzlich auf Hygiene achten!
    Decken, Kissen, Körbchen, Fressschüsseln, Trinknäpfe, usw. mit min. 60 Grad ausspülen/waschen.
  • Fliegen übertragen Giardien – Futter sollte daher nicht stehen bleiben und auch Wassernäpfe vor den Plagegeistern geschützt werden.
  • Kot umgehend einsammeln und gut verschlossen in die Mülltonne werfen.
  • Hundepopo gut sauber machen!
  • Hundeplätze sind tabu! Ein Zusammenkommen mit anderen Hunden sollte vermieden werden!
  • Bitte auch bei anderen Hundehaltern, zu denen Kontakt bestand Bescheid geben, dass sie Anzeichen frühzeitig erkennen oder auch sicherheitshalber eine Kotuntersuchung machen lassen!
  • Wer Kinder hat, bitte auch darauf achten! Schnell wird mal ein Spielzeug etc. in den Mund gesteckt. Bitte auch Spielplätze, etc. meiden!

Vorbeugung:

  • Kotuntersuchungen einer Sammelkotprobe;
  • Häufchen grundsätzlich einsammeln;
  • Ernährungsergänzungen, zwar nicht wissenschaftlich bewiesen und von Tierärzten belächelt, aber auch nicht schädlich:
    • Kokosöl und Kokosflocken
    • Fellstreifen zur Darmreinigung

Hintergrund-Infos: Was hat der Züchter falsch gemacht, wenn ein abgegebener Welpe an Giardien erkrankt?

  • vorneweg: der Züchter hat nichts falsch gemacht…
  • durch eine einzige Stubenfliege kann die Giardien-Infektion ins Futter und von dort auf das Muttertier übertragen werden
  • Infiziert sich die Mutter, kann eine Übertragung auf den Welpen nicht verhindert werden – eine Infizierung kann jederzeit nach der Kotuntersuchung wieder passieren!
  • Jede Art von äußerer Stress für den Welpen schwächt auch sein Immunsystem – z. B. auch wenn ein kleiner Welpe auf einmal von seinem Rudel, von seinen Geschwistern, von seiner Mutter und von seiner Züchterfamilie getrennt wird, wenn er in eine total veränderte Umgebung kommt und dann auch noch an der Ernährung etwas geändert wird, bedeutet das : Stress pur. Dies kann das Immunsystem stark schwächen und der Giardieninfektion einen idealen Nährboden bieten.

Fazit:

Einem Hund mit gutem Immunsystem und einer gesunden Darmflora machen Giardien auf alle Fälle weniger aus, als Hunden, die schon durch andere Behandlungen geschwächt, schlecht ernährt oder etwa durch Impfungen und zu viele Entwurmungen eine schlechte und somit angreifbare Darmflora haben. Das heißt, gesunde Hunde scheiden dann Giardien meist einfach wieder aus. Gefeit sind wir allerdings weder vor Würmern, noch vor diesen biestigen Giardien. Würmer lassen sich relativ rasch auch wieder eliminieren. Bei Giardien kämpft oft auch die Schulmedizin. Manchmal sind auch Panacur und Co. nicht wirksam und die Behandlung muss mehrere Male wiederholt werden.

Die Behandlung ist also sehr langwierig, kann das Abwehrsystem extrem schädigen und damit natürlich den Allgemeinzustand des Hundes angreifen. Somit kann sich der Hund natürlich auch schneller wieder infizieren.

Nach der erfolgreichen Behandlung auf alle Fälle einen Aufbau der Darmflora einleiten!

Dieser Satz von Dr. Rückert gefällt mir besonders gut und damit ist zum Abschluß auch viel gesagt: „In einem Kothaufen können sich Millionen von Zysten befinden, für eine Infektion reichen angeblich bereits zehn davon. Über den weiteren Verlauf entscheidet dann das Immunsystem, und das ist meist ganz gut drauf, denn sonst wären wir alle schon lange mit einer kollektiven Riesen-Scheißerei aus dieser Welt abgetreten.“