Glaukom – Grüner Star

 

In letzten Zeit werden leider immer wieder Glaukom-Erkrankungen diagnostiziert. Darum wäre es schön, wenn alle Elo®/Chebo (nicht nur geplante Zuchthündinnen und – rüden) ab 1 Jahr zur Augenuntersuchung mit Gonioskopie (= Betrachtung des Kammerwinkels) bei einem Augenfachtierarzt gehen. Der Züchter hilft gerne bei der Suche nach dem richtigen Arzt. Gerne können sich Hundebesitzer aber auch an mich wenden.

Augenuntersuchung mit Gonioskopie

Die meisten haben ein bisserl Bammel vor der Untersuchung. In der Regel wird diese Untersuchung ohne Betäubung beim Augenfachtierarzt durchgeführt. Die Untersuchung ist nicht schmerzhaft für den Hund. Ein Leckerchen danach und alles ist wieder gut und vergessen 😉

Was ist ein Glaukom/Grüner Star?

Beim Glaukom ist der Augen-Innendruck des Hundes erhöht. Dies ist für den Vierbeiner sehr schmerzhaft und kann innerhalb kurzer Zeit zur Erblindung führen. Die Ursachen für den Grünen Star können unterschiedlich sein.

Übrigens…Der Begriff „Star“ kommt vermutlich aus dem Althochdeutschen und beschreibt Erblindungsursachen, die nach den Augenfarben genannt wurden. Der „Grauer Star“,  der„Grüner Star“, der „Schwarzer Star“ etc. Der Begriff „Glaukom“ kommt aus dem griechischen glaucos und heißt meeresfarben. Bei einem starken Druckanstieg erscheint die Hornhaut bläulich. Ein Übersetzungsfehler machte daraus die Bezeichnung „Grüner Star“.

Hund, sowie Mensch haben fast den gleichen Augeninnendruck von 10 und 20 mmHg. Dieser Augendruck wird durch die laufende Produktion von Kammerwasser aufrechterhalten. Das Kammerwasser ist eine durchsichtige Flüssigkeit, die gleichmäßig über die Kammerwinkel zu- und abfließen können muss. Produziert wird das Kammerwasser im Ziliarkörperepithel. Es hat dabei wichtige Funktionen, wie z. B. die Ernährung der verschiedenen inneren Augenstrukturen und den Abtransport von Stoffwechselendprodukten. Wenn die Drainage, also die Ableitung nicht funktioniert und behindert ist, kommt es durch die gleichbleibende Kammerwasserproduktion zum Druckanstieg im Auge und somit zum Glaukom. Der erhöhte Augen-Innendruck schädigt den Sehnerv und die Netzhaut. Es kann innerhalb kürzester Zeit zur Erblindung des Hundes kommen. Oft ist zunächst nur ein Auge betroffen. Meistens (etwa 50%) folgt das zweite Auge innerhalb ein paar Monaten und wird ebenfalls befallen. Wenn man es mit dem Menschen vergleicht kann man davon ausgehen, dass es ab einem Augendruck von 30-35 mmHg schmerzhaft ist.

Die Symptome des Glaukoms

Die Symptome sind nicht einfach zu erkennen, da sie einer Augenentzündung ähneln. Das Auge ist gerötet. Der Hund reibt die Augen vermehrt. Kneift sie zusammen und wird evtl. auch insgesamt ruhiger. Berührungen am Kopf können unangenehm sein. Ansonsten können natürlich auch Verhaltensänderungen durch die Schmerzen auftreten. Höhere Aggressivität oder Ängstlichkeit sind ebenso möglich wie Schlaflosigkeit. Auch kann die Linse geweitet sein. Bei Verdacht schnellsten zum Tierarzt. Dieser misst dann den Augen-Innendruck und kann so den Hund mit speziellen Augentropfen behandeln, um den Druck zu senken. Glaukom ist immer ein NOTFALL!

Ursachen

Es gibt zwei Arten des Glaukom. Einmal das Primär- und das Sekundärglaukom.

Beim Primärglaukom verursachen angeborene Veränderungen im Kammerwinkel oft plötzliche Druckanstiege. Da in diesen Fällen die Kammerwinkel beider Augen verändert sind, ist in der Regel zu befürchten, dass nach dem ersten betroffenen Auge in dem zweiten Auge nach einer unbestimmten Zeit (Wochen, Monate) ebenfalls der Augendruck ansteigt. Diese vererbbare Störung nennt der Tierarzt auch Goniodysgenie oder angeborene Missbildung des Kammerwinkels. Sie ist bei manchen Hunderassen gehäuft zu finden. Zur Bekämpfung beim Elo®/Chebo ist eine Augenuntersuchung mit Gonioskopie bei allen Zuchttieren vorgeschrieben. Diese wird inzwischen auch alle zwei Jahre wiederholt. Betroffene Hunde MÜSSEN von der Zucht ausgeschlossen werden!

Sekundärglaukome werden durch in Folge einer anderen Augenerkrankung erworbene Abflussstörung verursacht. Häufige Ursachen für Sekundärglaukome sind chronische Entzündungen, Blutungen im Auge und Tumore. In diesen Fällen sammeln sich im Kammerwinkel Ablagerungen, wodurch der Abflusswiderstand erhöht wird.

Therapie

Das rasche Erkennen der Erkrankung und die schnell und vor allem dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks sind wichtig um das (noch) vorhandene Sehvermögen zu erhalten und natürlich sehr schnell auch die Schmerzen zu nehmen. Entscheidend ist also eine schnelle Diagnose für eine erfolgreiche Therapie. Dabei zählt jede Stunde!

Um den Druck zu senken, gibt es die Möglichkeit die Kammerwasserproduktion zu verringern oder den Kammerwasserabfluss zu steigern. Beides wird durch Medikamente (Tropfen) erreicht. Je nach Ursache oder Verlauf käme auch noch eine Lasertherapie in Frage. Sollte keine Aussicht auf Wiederherstellung des Sehvermögens oder Drucksenkung bestehen, kann durch die Augenentfernung der Schmerz genommen werden. Der Vierbeiner gewöhnt sich relativ schnell an die neuen Gegebenheiten und kann damit gut leben. Kosmetisch kann das ganze dann auch noch mit einem Silikonimplantat als Platzhalter verschönt werden.

Bei der Lasertherapie wird mit Licht gearbeitet, dass in der Natur in dieser Form nicht vorkommt. Je nach Anwendungsgebiet und gewünschter Wirkung verwendet der Laser unterschiedliche Farben, genannt Wellenlängen. Beim Glaukom wird der Infrarot-Diodenlaser benutzt. Dadurch soll die Kammerwasserproduktion veringert werden.

Nähere Informationen findet ihr auch noch auf der Seite des DOK Dortmunder Kreis: